"Decision Coaching": ICF-Event mit Peter Szabo

Rechts im Bild: Peter Szabo
Rechts im Bild: Peter Szabo

Am 21. Mai fand in Zürich ein ICF-Event mit Peter Szabo zum Thema "Decision Coaching" statt (ICF = International Coach Federation).

Der Event war sehr gut besucht und Peter Szabo schaffte es mit seiner warmherzigen Art locker, einen Abend zu gestalten, an dem sich das Publikum erfreulich rege beteiligte.

Es geht mir hier nicht darum, eine Event-Kritik zu schreiben. Aber ich nehme das Thema zum Anlass, um selber ein paar Aspekte betreffend Entscheidungs-Coaching zu diskutieren:

 

Entscheidungs-Coaching?

Aus meiner Sicht kann das gar keine eigene Disziplin sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein Coaching gibt, das sich nicht stets auch um Entscheidungen dreht. Wenn immer ein Klient eine Lösung sucht, wird er sich fortlaufend entscheiden (was er gerade als nächstes sagt, wo er den Schwerpunkt setzt, was er in die Sitzung einbringen will usw. usf.).

Natürlich kann es vorkommen, dass gerade eine brennende Entscheidung für oder wider einen wichtigen Schritt ansteht. Z.B. Soll ich morgen den Arbeitsvertrag unterschreiben, der mir zwar sehr wichtig ist, aber doch nicht ganz behagt? Soll ich diese Woche einem wichtigen Geschäftspartner die Zusammenarbeit kündigen, weil ich das Gefühl habe, dass etwas mit ihm nicht stimmt?

Aber auch dann frage ich mich, ob ich in solchen Fällen etwas anderes tue, als stets, wenn ich als Coach tätig bin. Ich denke nicht.

 

5-Minuten-Coaching?

Bemerkenswert am Abend war, dass Peter Szabo in einem exakt 5minütigen Demo-Coaching (mit einer realen Fragestellung) bei einer Teilnehmerin, die sich als Klientin zur Verfügung stellte, tatsächlich eine verblüffend wirkungsvolle Lösung schaffte. Meine Anerkennung!

Was mich allerdings manchmal stört, ist, wenn Methoden-Puristen des systemischen Kurzzeit-Coachings sagen, dies sei die einzig sinnvolle Art, zu coachen.

 

Qualitäten eines Coaches

Entscheidend ist, ob der Klient mit Ablauf und Ergebnis eines Coachings zufrieden ist oder nicht. Dabei ist die Qualität des unmittelbaren Kontaktes zwischen Klient und Coach um ein Vielfaches wichtiger, als die angewandten Methoden und Tools. Ein (lebens-)erfahrener Coach, der sich selbst, seine Muster und "Schwächen" gut kennt, und der aus dem Moment heraus passende Fragen und Interventionen einbringt und der mit Achtsamkeit, Anteilnahme und Intuition agiert, ist mit Sicherheit wertvoller, als ein perfekter Methodiker.

(Peter Szabo hat übrigens deutlich gezeigt, dass er nicht zu den Methoden-Puristen gehört, auch wenn er sich ganz dem Kurzzeit-Coaching verschrieben hat.) 

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