Kriterien für die Auswahl eines Coaches

(angelehnt an Werner Eberwein)

Nachtrag 16.4.2012: Diese Kriterien sind in der Regel bei der Auswahl schwerlich umfassend überprüfbar. Sie können aber auch während eines Coachings als Qualitätskriterien begezogen werden.

  • Ein Coach muss mit dem Klienten würdevolle und auf Augenhöhe umgehen. Er darf ihn nicht abhängig machen oder in gleich welche Methode hineinpressen.
  • Der Klient sollte das Gefühl haben, dass der Coach ihn in den wesentlichen Punkten verstehen kann und erfasst, worum es ihm geht.
  • Der Coach muss eine gründliche Ausbildung und eine Selbsterfahrung absolviert haben. Ein paar Workshops in Selbsterfahrung reichen dafür bei weitem nicht.
  • Der Coach muss sich im Rahmen der Coaching-Beziehung auf einen persönlichen Kontakt zum Klienten einlassen und diesen auch wieder lösen können. Er darf sich weder hinter einer ausdruckslosen Coachmas­ke verstecken noch den Klienten im Eigeninteresse an seine Person binden.
  • Der Coach darf die emotionale Betroffenheit des Klienten nicht ausnutzen. Eine private Beziehung zwischen Coach und Klient macht ein Coaching unmöglich.
  • Der Coach muss den Selbstschutz des Klienten achten und respektvoll damit umgehen. Der Klient hat ein Recht auf Widerstand. Dieser darf nicht gegen den Willen des Klienten durchbrochen oder ausgetrickst werden. Der Coach soll den Klienten unterstützen, seinen eigenen Weg zu gehen und seine eigenen Antworten zu finden.
  • Das Coaching muss auf nachvollziehbaren Grundlagen beruhen. Es darf einen Glauben oder eine bestimmte Weltanschauung beim Klienten weder voraussetzen noch erzeugen wollen.
  • Der Coach muss in der Lage sein, mit seine emotionalen Reaktionen auf den Klienten angemessen umzugehen. Er darf seine Gefühle und Impulse nicht einfach ausleben und auch nicht rücksichts­los aussprechen oder ausdrücken. Er sollte sie so in den Coachingprozess einbringen, dass es dem Fortschritt des Klienten nutzt.
  • Der Coach muss seine eigenen Grenzen kennen und Fehler zugeben können. Er muss Idealisierungen des Klienten erkennen und angehen. Er muss auch erkennen können, mit welchen Klienten er nicht arbeiten kann.
  • Der Coach muss sich um eine ganzheitliche Sicht des Menschen bemühen. Er darf nicht nur mit technischen Tricks arbeiten.
  • Der Coach muss dem Klienten ein realistisches Bild von den Möglichkeiten des Coachings vermitteln. Er darf keine übertriebenen Versprechungen machen.
  • Es muss ein angemessenes Verhältnis zwischen Leistung und Bezahlung bestehen. Der Coach darf keine Wu­cherpreise verlangen und den Klienten nicht auf unan­gemessene Vereinbarungen festlegen.
  • Der Coach sollte einschätzen können, ob die Proble­me des Klienten in kurzer Zeit bearbeitbar sind, oder ob sie eine längere Zeit brauchen, und er sollte dies dem Klienten klar vermitteln.
Kommentare: 4 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    François (Sonntag, 15 April 2012 21:39)

    ...kann ich alles unterschreiben Ian! Nur, wie kann ein Coachee, ein Auftraggeber in kurzer Zeit einen guten von einem schlechten Coach unterscheiden? Wie kann ein "Laie" oben erwähnte Kriterien in aller Kürze und dennoch Gründlichkeit überprüfen?

  • #2

    Ian Kyburz (Montag, 16 April 2012 09:09)

    Danke für den wichtigen Hinweis, François. Ich habe eine einleitende Ergänzung beigefügt. :-)

  • #3

    François (Montag, 04 Juni 2012 21:10)

    Werde Dir zu unserem Lunch einen Versuch einer Lösung (wie kann ich als Laie einen guten Coach erkennen) mitbringen...

  • #4

    Ian Kyburz (Mittwoch, 06 Juni 2012 15:12)

    Super. Bin gespannt :-)